Stevia (Süßkraut): natürlicher  Zuckerersatz ohne Kalorien

Stevia gilt schon seit einiger Zeit als Wunderpflanze und gesunde Alternative zum herkömmlichen Haushaltszucker. Das Wundermittel wird aus den Blättern der Steviapflanze (auch „Honigkraut“ oder „Süßkraut“) gewonnen und ist in Südamerika heimisch.

Stevia gilt im Gegensatz zu anderen Süßstoffen als „natürliches Produkt“. Sie enthält weder Kalorien noch Zucker, reguliert den Blutzuckerspiegel und schützt die Zähne vor Kariesbefall.

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Ursprung und Verbreitung der Stevia-Pflanze

Stevia rebaudiana, kurz Stevia, ist eine Pflanze, die als Staude im Gebiet der Amambai-Bergkette im paraguayisch-brasilianischen Grenzgebiet wächst. Bereits die Ureinwohner schätzten die stark süßende Wirkung der Blätter und verwendeten Stevia als Heilpflanze.

Moises Giacomo Bertoni, ein Schweizer Botaniker, entdeckte die Pflanze im Jahre 1887 und gab ihr den Namen Stevia rebaudiana Bertoni.  Der Anbau von Stevia erfolgt vor allem in den Gebieten Süd- und Zentralamerikas, Israels, Thailands und der Volksrepublik China.

Die Wirkung von Stevia

Süßungswirkung: 9-12 verschiedene Glycoside sind für die Süße der Blätter verantwortlich. Die Hauptsüßkraft geht dabei von Steviosid und Rebaudiosid A aus.

Die JECFA, eine Arbeitsgruppe der WHO, hat 2004 und 2007 die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia rebaudiana und den daraus hergestellten Auszügen bestätigt.

Süß & trotzdem unbedenklich – die Vorteile von Stevia

Die Blätter der Steviapflanze bieten im Vergleich zu anderen Süßmitteln für den Verbraucher viele bedeutende Vorteile:

Stevia bzw. Steviolglycoside sind keine chemischen, sondern rein natürliche Produkte
Stevia enthält keine Kalorien
die Blätter sind in ihrem Ursprungszustand verwendbar
durch die sehr hohe Süßkraft sind nur geringe Mengen zum Süßen notwendig
sowohl Blätter als auch die Steviolglycoside können gekocht werden
als Süßungsmittel bei Diabetes, Neurodermitis, Zucker- und Sorbitunverträglichkeit bestens geeignet

Anwendung und Dosierung von Stevia

Stevia wird sowohl in Form von Blättern als auch Pulver angewendet. Das Süßungsmittel kommt weiterhin in Form von Tabletten, Kapseln, wässrigen oder alkoholischen Lösungen vor. Stevia ist bis zu 300-mal süßer als Zucker.

Schon mit geringen Mengen lässt sich eine enorme Süße erzielen. Eine Messerspitze reicht beispielsweise, um eine Tasse Tee zu süßen. Für den Hausgebrauch wird empfohlen, die Blätter frisch (beispielsweise als Tee) zu verwenden oder aus der Pflanze Steviapulver und Flüssigkonzentrat herzustellen.

Für das Pulver zerreibt man die getrockneten Blätter oder mörsert sie. Für die Flüssigsüße Blätter sowie dünne Triebe sorgfältig waschen und mit reichlich Wasser aufkochen. Das Ganze wird weiter geköchelt, bis ein Großteil der Flüssigkeit verdunstet ist. Anschließend erhält man das grünliche süße Konzentrat.

Es ist auch gängig, die Blätter der Pflanze leicht zerpflückt in einen Kräutertee zu geben. Leckereien wie Quarkspeisen, Pudding oder auch Kuchen lassen sich auf diese Art und Weise gesund süßen.

Wie viel Stevia ist unbedenklich?

Sogenannte ADI-Werte („Acceptable Daily Intake“) geben die Grenzen an, innerhalb derer der tägliche Verzehr als unbedenklich gilt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt maximal vier Milligramm Stevia pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.

Beispielsweise dürfte ein erwachsener Mann mit 80 Kilogramm täglich 320 Milligramm Steviol-Äquivalente aus Lebensmitteln aufnehmen. Diese Menge ist im Alltag jedoch nur schwer zu erreichen.